![]() Eva & Adele kann man erst im direkten Gespräch, bei der persönlichen Begegnung, so richtig begreifen. Denn ihr Kunstwerk ist interaktiv im wahrsten Sinne des Wortes. Die 2 bunt bekleideten geschlechtslosen Wesen haben ihrem Leben ein Kunstwerk gewidmet; ein Kunstwerk des Lächelns, des Rätselhaften, ein Kunstwerk, das alltägliche Imperfektionen wie einfallslose Klamotten, schlechte Gemüter, männlich/weiblicher Geschlechtsunterschiede verbannt, indem es sie energisch und charmant leugnet. Bei Ausstellungen und Kunstmessen erscheint ein bunt und feenhaft angezogenes, mediengerecht lächelndes Doppelwesen. Wer dann das Fotoapparat zieht, bekommt eine Postkarte in die Hand gedrückt mit der Bitte eventuell enstehende Schnappschüsse auch an das Künstlerpaar zu senden. Die dadurch angesammelten Bilder werden zu einer Ausstellung, die bereits u.a. im Sprengel Museum, Hannover gezeigt wurde. Ob höhe Absätze und viel Schminke tatsächlich dazu geeinget sind, Geschlechtslosigkeit darzustellen, darüber läßt sich natürlich streiten. Unsere Bewunderung gilt die Konsequenz mit der die beiden Einzelpersonen ihre symbiotische Kunst-Existenz fortführen. Ob sie nicht zum zweiten Mal angereist sind? Wollten wir wissen als wir Eve & Adele bei der Documenta trafen. Wir sind immer hier, auch wenn wir nicht anwesend sind, bekamen wir als Antwort zu hören. Natürlich, denn das Austellungsstück "Eve & Adele auf der Documenta" läuft auch unabhängig von Banalitäten wie körperliche Anwesenheit zweier fleisch-und-blut Menschen. Wie das Stück "Eve & Adele kaufen Lebensmittel ein" wohl aussieht? Da liegt die Versuchung nahe, in Charlottenburger Supermärkte Ausschau nach besonnenbrillte kahle Durchschnittsshopper zu halten. Lucinda Foster |
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